LAG  LANDESARBEITSGEMEINSCHAFT TANZ BERLIN E.V.


LANDESARBEITSGEMEINSCHAFT TANZ BERLIN E.V.


Tanzen und Singen

Tanzen und Singen

Die erste gebundene Form mit der das Kind in Kontakt kommen sollte ist der Kinderreim, z.B.: „Hoppe, hoppe, Reiter....“,

den Erwachsene mit ihm spielen.

Wann haben Sie das letzte Mal einen Erwachsenen dabei gesehen? Die Reime sind nicht mehr ekannt und gelten als altmodisch.

Damit werden nach den Ergebnissen der Hirnforschung wesentliche Chancen zur Entwicklung des Kindes vertan. Diese Kinderreime entsprechen kleinen Theaterstücken, die sich das Kind merken kann(Gedächtnistraining), sie gestalten Vorstellungen, die Bildern entsprechen (Kreativitätstraining), das Kind lernt die Mimik von Erwachsenen kennen, das zunächst lautlose Mitsprechen trainiert die Sprechfähigkeit. Nehmen wir Fingerspiele: Durch die retrograde Stimulation (Spielen mit den Fingern des Kindes) werden die motorischen Fähigkeiten der Finger und der Hand geübt und später wird das Schreiben leichter.

Die nächste gebundene Form sind selbstgesungene Kindertänze wie „Häschen in der Grube“ oder „Dornröschen“. Hier bestimmen die Kinder das Tempo selbst, sprechen wechselnde Führungen ab und probieren aus welche Veränderungen möglich sind (Kreativitätstraining).

Wenn die Kinder in die Schule kommen, fällt auf, dass sie kein Rhythmusgefühl haben, weder beim Gehen, Tanzen oder Sprechen. Kurz, sie haben eine geringe Musikerfahrung und die Kinder der Migranten haben Musikerfahrung mit außereuropäischer Musik.

Die fehlende musikalische und taktile Erfahrung muss von dem Lehrer nachgeholt werden.

Erfahrene Lehrer fangen sofort mit Fingerstricken an und singen mit den Kindern in jeder Stunde wenigstens ein Lied und machen Koordinationsübungen für den Körper.

Dann kommt ganzjährig „Tanz in der Schule“ . Die Kinder tanzen Kreistänze. Der Kreis ist das Symbol für eine Einheit, in die sich alle einordnen müssen, die dabei sein wollen. Sie sehen die Gesichter der anderen Kinder gegenüber im Kreis. Sie sehen ihre eigene Freude gespiegelt. Sie lernen nicht nur Facetten der Gesichtsmimik von Menschen (nicht nur von Comicgestalten) kennen, sondern auch Körpersprache bei mimischen Tänzen. Sie lernen eine Schrittfolge, sie müssen ein Tempo einhalten und sie müssen sich rhythmisch bewegen. Das trainiert das Gedächtnis und das Gefühl für eine Zeiteinteilung. Die Rhythmisierung wirkt sich auf das Sprechen, Lesen und Schreiben aus.

Die Tänze werden wiederholt. Das ist wichtig, da Lernen ein chemischer Prozess ist, der Zeit braucht. Kinder haben nicht alle die gleiche kontinuierliche Gehirnentwicklung . Durch die Wiederholung können jedoch viele mitgenommen werden und es bleibt kein Gefühl des Versagens zurück.

Die Melodien der Tänze bereiten den Kindern Freude. Gibt es einen Text zum Mitsingen unterstützt der alle oben angeführten Benefits. Das Entscheidende ist das Lernen mit Freude.

Es ist aus der Hirnforschung bekannt, dass der Mensch sich besonders gut erinnern kann, was er mit Freude, mit einem Lachen gelernt hat. Die Kinder erfahren, dass Lernen Spaß macht.

Die gemeinsam erlebte Freude führt zur Kommunikation über Gefühle, zu Vertrauen. Die Erkenntnis über gleiche Gefühle eröffnet die Möglichkeiten zu weiterer Kommunikation.

Tänze aus vielen Ländern geben die Chance unterschiedliche Kulturen vorzustellen und Wissen zu vermitteln.

Die Mischung von Vertrauen, Freude und Wissen sowie neu gewonnenem körperlichen Selbstbewusstseins ist die Grundlage der Angstreduzierung, der Gewaltprävention.

Eine wissenschaftliche Auswertung von „Tanz in der Schule“ ist dringend !